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Warum unternehmerische Verantwortung im Kopf und im Herzen beginnt, und was Unternehmen daraus lernen können.

Die Andersmacher
Unternehmerische Verantwortung nicht nur denken, sondern leben. Die neuen „Andersmacher" treten an, um die Wirtschaft und damit die Welt zu verändern. Sie denken quer und probieren aus. Und wenn sie einmal scheitern, fangen sie von vorne an. Dieses Buch portraitiert Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, um mit dem, was sie können und wollen, Zeichen zu setzen.

Andersmacher machen´s eben anders.

Von Sabine Raiser
Wirtschaft ist wie das Leben. Ihr Wert hängt davon ab, was man daraus macht.
Wer sich für Wirtschaft interessiert, erlebt seit einiger Zeit zwei konträre Erscheinungsbilder. Auf der einen Seite häufen sich Skandale bei Konzernen, die wir gerne gut hätten. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung stellen. Diese treten leider medial nicht groß in Erscheinung. Sie arbeiten als Einzelunternehmer oder Entscheidungsträger in internationalen Konzernen. Sie könnten das Bild der Wirtschaft im Allgemeinen verbessern, wenn ihre Bemühungen und Leidenschaften mehr im Fokus der Öffentlichkeit wären. Aber wer schreibt schon schöne Geschichten aus der Wirtschaft? Dr. Alexandra Hildebrandt zum Beispiel. Für ihr neues Buch Die Andersmacher interviewte und porträtiert sie Menschen, die „es anders machen", das Leben, das Geldverdienen, das Entwickeln, das Einkaufen, das Verkaufen, das Führen und das Durchführen. Menschen, die „jenseits der Business Class unternehmerische Verantwortung nehmen", wie der Untertitel besagt. Sie überschreiten mitunter Grenzen, sind dabei Lust- oder Werte getrieben. Sie lassen sich dabei gerne auch mal treiben. Nicht jedoch mit dem Strom. Der Verleger Joachim Kamphausen, selbst seit 25 Jahren ein "Andersmacher" wie er im Buche steht, fand Gefallen daran und hat es daher verlegt. Der Österreicher Josef Zotter ist auch so einer. Er gründete nach Jahren als Koch und Konditor die „Schokoladenmanufaktur Zotter" Seine rund 150 handgeschöpften Kreationen werden mittlerweile kunstvoll bekleidet und weltweit genossen. Ein weiter Weg bis dahin. Alle Bestandteile seiner süßen Petitessen stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Ihm geht es um Wertschätzung und um Genuss.

„Bewusst genießen, meint auch, dem Produkt Wertschätzung beizumessen, die Arbeit und die Rohstoffe zu honorieren, den Kopf aufzumachen und sich auf etwas einzulassen - das ist Genuss. Zeit ist der Schlüssel zum Genuss"

Um traditionelle Werte in Familienunternehmen geht es bei Annette Roeckel und Dr. Claus Hipp. In der sechsten Generation führt die Mutter und Unternehmerin die vor rund 170 Jahren gegründete Roeckel Handschuhe & Accessoires GmbH & Co KG konsequent, visionär und erfolgreich. Sie spricht über Anspruch und Wirklichkeit, soziale Fairness und hohe Produktqualität in einem knallharten globalen Textilbereich wettbewerbsfähig zu halten. Nicht gerade einfach. Deutschlands erfolgreichster Hersteller von Babynahrung, Bio-Anbau-Pionier und bekennender Katholik Claus Hipp sieht unternehmerisches Handeln in christlicher und sozialer Verantwortung. Das lebt er vor. Beruflich und privat. Vielseitig und seit Jahrzehnten. Das Buch macht Freude und Mut. Spannend, auch die anderen rund 50 Geschichten dahinter kennen zu lernen. Sie sind so unterschiedlich in ihrer Biographien, ihre soziale Herkunft, ihre Talente, Wahrnehmungen und Werte. Ob das der „Menschenerholer" Michael Paul Herbst ist, der dafür Sorge trägt, dass müde Manager sich auch im Büro erholen können, oder der Komponist Martin Hoemberg, der mit seiner Opera to Relax Musik spürbar werden lässt. So unterschiedlich sie alle sind, so haben sie auch Gemeinsamkeiten. Sie definieren Erfolg, Wohlstand und Wirtschaft anders als die meisten. Und sie schenken uns wunderbare Sätze zum Sinnieren über Wirtschaft im Allgemeinen und im Besonderen. Es hängt eben doch davon ab, was man daraus macht.
Eine vorab Leseprobe (PDF Download) und weitere Rezessionen

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